Sensationsfund im Winterquartier

Der Naturschutzbund Wilhelmshaven (NABU) und der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) Friesland kontrolliert seit über 15 Jahren Winterquartiere von Fledermäusen in Friesland und Wilhelmshaven. Unter den 720 überwinternden Tieren haben die Naturschützer in diesem Jahr eine Sensation entdeckt: Eine Bechsteinfledermaus. Es ist der erste Nachweis dieser Art nördlich von Bremen. Das nächst gelegene bekannte Überwinterungsquartier befinden sich bei Osnabrück. Bisher waren sechs überwinternde Fledermausarten in unserer Region bekannt: Braunes Langohr, Teichfledermaus, Fransen- und Wasserfledermaus, Großes Mausohr und die Zwergfledermaus.Im Sommer lebt hier auch der Abendsegler.

Typisch für die Bechsteinfledermaus sind die großen Ohren. Nur bei der Langohrfledermaus sind diese noch länger, dafür aber in Ruhestellung gefaltet und unter den Flügeln versteckt.

Mehr über die Bechsteinfledermaus

Seeadler über Wilhelmshaven

Am 9. Dezember erschien bei herrlichstem Wetter ein ausgewachsener Seeadler über dem Accumer See. Er flog am See vorbei und war dann nur noch an seinen glüh-klüh-klüh-Rufen auszumachen. Kurz darauf erschien er wieder, verfolgt von einer Rabenkrähe, die sich neben ihm sehr klein ausmachte. Er war bei strahlendem Sonnenschein an seinen weißen Schwanzfedern sehr gut als Altvogel zu erkennen.

Der Seeadler nahm den See ins Visier trudelte kurz in der Luft um sich dann herabzustürzen. Ob er bei diesem Jagdflug erfolgreich war blieb leider unentdeckt. Solche Beobachtungen sind jetzt auch in unserer Region möglich, der Seeadler ist auch bei uns als Brutvogel angekommen. Weitere Beobachtungen liegen vom Barghauser See aus 2018 und 2019 vor.

Das Jagdfoto wurde -noch nicht- hier aufgenommen.

 

Neue Mieter

Zur Zeit herrscht reger Flugverkehr am Nistkasten. Herr und Frau Blaumeise haben beschlossen, hier einzuziehen. Sie schleppt Moos und anderes Nistmaterial herbei und baut offensichtlich ihr napfförmiges Nest. Kohlmeisen, die sich für die Immobilie interessieren, werden verjagt. Mitte April bis Anfang Mai werden dann die Eier gelegt. Etwa zwei Wochen dauert es, bis die Jungen schlüpfen. In dieser Zeit wird man die Meisen viel seltener beobachten können als jetzt. Dann sitzt das Weibchen die ganze Zeit auf den Eiern und brütet. Nur das Männchen wird man beobachten können, wenn es seiner Frau Futter bringt. 

Blauer Frühling

Auf dem alte Friedhof an der Gökerstraße blüht der Blaustern (Scilla) und hat einen blauen Teppich ausgebreitet. Wer noch nie da war, sollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen. Mehr dazu unter http://www.naturschaetze-whv.de/naturschaetze/tour/alter-garnisionsfriedhof/2018 04 07_0106

Schweinswale in Sicht

Bisher waren wir der Meinung, dass Schweinswale nur im Frühjahr am Jadebusen zu beobachten sind. In diesem Jahr ist es anders: Seit Juli werden immer wieder Schweinswale gesichtet: mal sind es zwei zusammen, mal einer alleine. Es lohnt sich nach den typischen Rückenflossen Ausschau zu halten. Ein Fernglas ist dafür meistens notwendig.

Foto: Michael Hillmann

Strandfund für die Wissenschaft

Manchmal kann man im Wasser oder am Strand kleine Holzstücke entdecken, die beschriftet sind. Es ist nicht der übliche Müll, sondern Teile eines Forschungsprojektes der Universität Oldenburg. Diese Holzstücke werden im Wasser ähnlich transportiert wie Plastikmüll. Deshalb haben Wissenschaftler sie ins Wasser gekippt. Nun möchten sie Wissen, wo ihre Holzstücke abbleiben. Wer also eines findet, sollte die Forscher informieren.

HolzstückPlastikmüll

Fotos: Michael Hillmann

Bitte Abstand halten

In diesem Jahr haben viele Seehunde den Südstrand in Wilhelmshaven genutzt, um sich an die Steinkante zu legen. Es waren ausgewachsene Tiere, die nur ein Päuschen gemacht haben, wie auf dem Foto, aber auch Heuler, die ihre Mutter verloren hatten.

Das Wichtigste: Halten Sie unbedingt Abstand! Die Seehundaufzuchtstation empfielt 300 Meter, mindestens sollten Sie am Südstrand auf die Deichkrone ausweichen. Erstens brauchen die Tiere ihre Ruhe, und zweitens sind es Wildtiere, die ein kräftiges Gebiß besitzen.

Hundebesitzer: Für Eure Lieblinge ist ein Kontakt mit einem Seehund gefährlich, nehmt Euren Hund unbedingt an die Leine! Ein Hund, der neugierig an einem Seehund schnuppert, kann nicht nur gefährlich gebissen werden, sondern sich auch anstecken. Es gibt Krankheiten, die sowohl Seehunde als auch Hunde bekommen können. Staupe ist die bekannteste ansteckende Krankheit. Es geht also nicht nur um den Schutz eines Wildtieres, das unseren Respekt und unsere Rücksicht braucht, sondern auch um die Gesundheit Deines Hundes!

Wenn der Eindruck entsteht, es geht dem Tier nicht gut, sollte man bei der Seehundaufzuchtstation in Norddeich anrufen: Tel. 04931-973330. Vor Ort kümmert sich die Nationalparkverwaltung (Tel. 04421 9110) und Leute von der Facebook-Gruppe Jadewale um die Seehunde.

ImkeZwochHeuler

Diese Heuler brauchten Hilfe und wurden von der Seehundaufzuchtstation abgeholt.

Fotos: Imke Zwoch

Obstwiesen in Wilhelmshaven

Seit vielen Jahren engagiert sich die Stadt Wilhelmshaven für den Erhalt alter Obstwiesen und legt neue Flächen mit alten Obstsorten an. Viele Tiere, die auf intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen nicht mehr vorkommen, finden auf Obstwiesen einen Lebensraum.

Die Obstwiesen in Wilhelmshaven tragen auch dazu bei, alte Obstsorten zu erhalten. Im Supermarkt findet man nur noch wenige verschiedene Äpfel. Von noch etwa 2.000 Apfelsorten, die erhalten sind, werden nur gut 20 kommerziell angebaut.

Die Stadt hat eine Broschüre mit dem Titel  „Obstwiesen in Wilhelmshaven – lebendig, kostbar, köstlich“ herausgegeben. Auf 36 Seiten erfährt man Wissenswertes über die ökologische Bedeutung von Obstwiesen und vom Wert alter Sorten. Hier findet man auch Informationen, wo man für den Privatgebrauch Obst pflücken darf. Beim Amt für Umweltschutz und Bauordnung, Freiligrathstraße 420 kann man die Broschüre kostenlos bekommen.

Titel

Sie können sich die Broschüre auch als pdf-Datei herunterladen: ObstwiesenBroschüre

Jungvögel unterwegs

Überall kann man jetzt in den Bäumen und Büschen Bettellaute von Jungvögeln hören. Viele von ihnen haben das Nest schon verlassen, werden aber noch von ihren Eltern gefüttert, während sie lernen, selbst Nahrung zu finden. Auch Fliegen will gelernt sein: Im Nest konnten sie bestenfalls ein paar Trockenübungen machen, aber nun wird es ernst und sie müssen plötzlich Strecken überwinden und sicher landen. Das klappt nicht immer:

JulisBlaumeiste Boden

Diese kleine Blaumeise ist auf dem Boden gelandet. Vom Boden zu starten ist noch schwieriger, als mit Unterstützung der Flügel von Ast zu Ast zu kommen. Viele glauben, dass so ein Bruchpilot Hilfe braucht, in aller Regel ist das aber nicht der Fall. Deshalb auf keinen Fall versuchen, den Vogel zu fangen! Die Eltern werden in der Nähe sein und ihren Nachwuchs weiter versorgen.So haben sie viel bessere Überlebenschancen, als wenn sie in menschliche Obhut genommen werden. Nur, wenn auch nach 2- 3 Stunden ohne Störung kein Elternvogel in der Nähe auftauchen, kann es Sinn machen, dem Vogel zu helfen. Bevor man den Kleinen aufnimmt, sollte man Kontakt mit einer Wildtierauffangstation aufnehmen und sich Rat holen, was zu tun ist.

Eine Ausnahme gibt es: wenn Katzen, Krähen, Elstern oder Möwen in der Nähe sind, kann man die Überlebenschance des kleinen Vogels erhöhen, indem man ihn in einen Busch setzt. Anders als bei Rehen stört es die Eltern nicht, wenn ein Mensch ihren Nachwuchs angefasst hat.

JulisBlaumeisteBusch

 

Nachwuchs ist da

Das Ölkäferweibchen, das wir am 18.April in Heppens am Deich Nähe Mühlenweg beobachtet haben, war dick angeschwollen. Ein paar tausend Eier legt ein Weibchen in die Erde. Im kommenden Frühjahr werden die Larven schlüpfen. Offensichtlich hat ein Schwarzblauer Ölkäfer auch im vergangenen Jahr Eier gelegt. In den Blüten vom Hahnenfuß kann man etwa 2 Millimeter große Tiere entdecken: Es sind die Larven des Schwarzblauen Ölkäfers.

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Die Larven warten darauf, dass eine Biene auf der Suche nach Nektar vorbei kommt. Sofort klammert sich die Larve an das Insekt und lässt sich mittragen. Wenn sie Glück hat, ist es eine Solitärbiene wie die Kuckucksbiene. Von ihr lässt sich die Larve des Schwarzblauen Ölkäfers in den Bau tragen. Dort frißt sie die Larve ihres Wirtes und ernährt sich von dem Honigpollenbrei, der für den Nachwuchs der Kuckucksbiene gedacht war.

Klammert sich die Larve des Schwarzblauen Ölkäfers an eine Honigbiene, hat sie Pech gehabt, sie findet keinen geeigneten Platz zum Überleben und stirbt.