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Neue Mieter

Zur Zeit herrscht reger Flugverkehr am Nistkasten. Herr und Frau Blaumeise haben beschlossen, hier einzuziehen. Sie schleppt Moos und anderes Nistmaterial herbei und baut offensichtlich ihr napfförmiges Nest. Kohlmeisen, die sich für die Immobilie interessieren, werden verjagt. Mitte April bis Anfang Mai werden dann die Eier gelegt. Etwa zwei Wochen dauert es, bis die Jungen schlüpfen. In dieser Zeit wird man die Meisen viel seltener beobachten können als jetzt. Dann sitzt das Weibchen die ganze Zeit auf den Eiern und brütet. Nur das Männchen wird man beobachten können, wenn es seiner Frau Futter bringt. 

Trubel bei Klein Wangerooge

Reges Treiben herrschte an den letzten tagen bei Klein Wangerooge. Nicht nur die zahlreichen Menschen genossen die Sonne, auch zahlreiche Solitärbienen fanden sich in Massen ein um für den Nachwuchs zu sorgen.
Die Frühlings-Seidenbiene bevorzugt für ihren Nestbau  lockere Sandböden mit wenig Vegetation. Gerne bildet sie dabei große Kolonien. Diese sind nicht mit den Staaten von Honigbienen zu verwechseln, denn die Sandbienen bauen Einzelnester und pflegen ihre Brut nicht sondern versorgen sie vor der Eiablage mit reichlich Nahrung und lassen sie allein.
Wo sich viele Seidenbienen einfinden ist auch die Blutbiene, eine Kuckucksbiene (= parasitierende Art), nicht fern. Sie legt ihre Eier in fremde Brutzellen.
Blutbiene und Seidenbiene

Foto Richard Tank: Blutbiene und Seidenbiene

Als weitere Art hat sich die Weiden-Sandbiene eingefunden. Sie gehört zu den Beinsammlern, was man derzeit sehr gut sehen kann, wenn die Tiere mit ihren gelbleuchtenden Beinen ihre Brutröhren anfliegen. Die Tiere sind teilweise so stark mit Pollen beladen, dass sie erst auf eine Blüte oder ein Blatt klettern müssen um wieder abzufliegen zu können. Für die Fortpflanzung tragen die Tiere Pollen und Nektar in eine Brutkammer um dann ein Ei darauf abzulegen. Der Name WEIDEN-Sandbiene verrät schon die Vorliebe dieser Art für Weidengewächse.
Sandbiene Andrena vaga

Foto Richard Tank: Sandbiene Andrena vaga

Durch Habitatverlust gelten die Bestände der Frühlings-Seidenbienen in Mitteleuropa als gefährdet. Für die Fortpflanzung dieser Art bietet das Gelände von Klein Wangerooge ideale Voraussetzungen. Die durch die Nutzung entstandenen offenen Sandflächen und Sandmagerrasen bieten ideale Bedingungen für den Nestbau dieser Art.
Das Freizeitgelände von Klein Wangerooge bietet in seiner jetzigen Form ideale Voraussetzungen für das Zusammenleben von Mensch und Natur.
Sandbiene (eventuell Andrena barbilabris)

Foto Richard Tank: unbestimmte Sandbiene (eventuell Andrena barbilabris)

Die Bestimmung erfolgte anhand der Fotos durch Dipl. Biol. Rolf Witt.

später Wintereinbruch Schnee auf Tulpen

Wann ist eigentlich Frühling?

Die letzten Tage fühlten sich für uns Menschen überhaupt nicht frühlingshaft an. Ende April haben die wenigsten von uns noch Lust auf Schnee.

Aber wann ist denn Frühling? Fragt man den Kalender, haben wir bereits seit dem 21. März Frühling. Metereologen haben den Frühlingsbeginn sogar bereits auf den 01. März vorverlegt. Die Auswertung der Wetterdaten ist einfacher, wenn man mit ganzen Monaten rechnen kann. Eine andere Methode besteht darin, nach bestimmten Pflanzen Ausschau zu halten: Sobald die ersten Schneeglöckchen blühen, beginnt der Vorfrühling.

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2016 haben die ersten Schneeglöckchen schon am 28.01. auf einer Obstwiese in Wilhelmshaven geblüht. Foto Röbbelen

Von „Vollfrühling“ spricht man, sobald die Apfelbäume blühen. Das ist von Region zu Region unterschiedlich: In Nordrhein-Westfalen, tieferen Lagen von Baden Württemberg und Bayern stehen die Äpfelbäume schon heute in voller Blüte. Bei uns dürfte es noch wenige Tage dauern, bis die ersten Apfelblüten aufgehen. Wenn dann noch die Sonne rauskommt und das Thermometer in den zweistelligen Bereich klettert, werden wir auch das Gefühl haben, dass es nun endlich Frühling ist.

Übrigens: Bettellaute von Jungvögeln und leere Eierschalen zeigen, dass für viele Vögel das Frühjahr und damit die Fortpflanzungszeit längst im vollen Gange ist.