ImkeZwochSeehund

Bitte Abstand halten

In diesem Jahr haben viele Seehunde den Südstrand in Wilhelmshaven genutzt, um sich an die Steinkante zu legen. Es waren ausgewachsene Tiere, die nur ein Päuschen gemacht haben, wie auf dem Foto, aber auch Heuler, die ihre Mutter verloren hatten.

Das Wichtigste: Halten Sie unbedingt Abstand! Die Seehundaufzuchtstation empfielt 300 Meter, mindestens sollten Sie am Südstrand auf die Deichkrone ausweichen. Erstens brauchen die Tiere ihre Ruhe, und zweitens sind es Wildtiere, die ein kräftiges Gebiß besitzen.

Hundebesitzer: Für Eure Lieblinge ist ein Kontakt mit einem Seehund gefährlich, nehmt Euren Hund unbedingt an die Leine! Ein Hund, der neugierig an einem Seehund schnuppert, kann nicht nur gefährlich gebissen werden, sondern sich auch anstecken. Es gibt Krankheiten, die sowohl Seehunde als auch Hunde bekommen können. Staupe ist die bekannteste ansteckende Krankheit. Es geht also nicht nur um den Schutz eines Wildtieres, das unseren Respekt und unsere Rücksicht braucht, sondern auch um die Gesundheit Deines Hundes!

Wenn der Eindruck entsteht, es geht dem Tier nicht gut, sollte man bei der Seehundaufzuchtstation in Norddeich anrufen: Tel. 04931-973330. Vor Ort kümmert sich die Nationalparkverwaltung (Tel. 04421 9110) und Leute von der Facebook-Gruppe Jadewale um die Seehunde.

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Diese Heuler brauchten Hilfe und wurden von der Seehundaufzuchtstation abgeholt.

Fotos: Imke Zwoch

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Obstwiesen in Wilhelmshaven

Seit vielen Jahren engagiert sich die Stadt Wilhelmshaven für den Erhalt alter Obstwiesen und legt neue Flächen mit alten Obstsorten an. Viele Tiere, die auf intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen nicht mehr vorkommen, finden auf Obstwiesen einen Lebensraum.

Die Obstwiesen in Wilhelmshaven tragen auch dazu bei, alte Obstsorten zu erhalten. Im Supermarkt findet man nur noch wenige verschiedene Äpfel. Von noch etwa 2.000 Apfelsorten, die erhalten sind, werden nur gut 20 kommerziell angebaut.

Die Stadt hat eine Broschüre mit dem Titel  „Obstwiesen in Wilhelmshaven – lebendig, kostbar, köstlich“ herausgegeben. Auf 36 Seiten erfährt man Wissenswertes über die ökologische Bedeutung von Obstwiesen und vom Wert alter Sorten. Hier findet man auch Informationen, wo man für den Privatgebrauch Obst pflücken darf. Beim Amt für Umweltschutz und Bauordnung, Freiligrathstraße 420 kann man die Broschüre kostenlos bekommen.

Titel

Sie können sich die Broschüre auch als pdf-Datei herunterladen: ObstwiesenBroschüre

Trubel bei Klein Wangerooge

Reges Treiben herrschte an den letzten tagen bei Klein Wangerooge. Nicht nur die zahlreichen Menschen genossen die Sonne, auch zahlreiche Solitärbienen fanden sich in Massen ein um für den Nachwuchs zu sorgen.
Die Frühlings-Seidenbiene bevorzugt für ihren Nestbau  lockere Sandböden mit wenig Vegetation. Gerne bildet sie dabei große Kolonien. Diese sind nicht mit den Staaten von Honigbienen zu verwechseln, denn die Sandbienen bauen Einzelnester und pflegen ihre Brut nicht sondern versorgen sie vor der Eiablage mit reichlich Nahrung und lassen sie allein.
Wo sich viele Seidenbienen einfinden ist auch die Blutbiene, eine Kuckucksbiene (= parasitierende Art), nicht fern. Sie legt ihre Eier in fremde Brutzellen.
Blutbiene und Seidenbiene

Foto Richard Tank: Blutbiene und Seidenbiene

Als weitere Art hat sich die Weiden-Sandbiene eingefunden. Sie gehört zu den Beinsammlern, was man derzeit sehr gut sehen kann, wenn die Tiere mit ihren gelbleuchtenden Beinen ihre Brutröhren anfliegen. Die Tiere sind teilweise so stark mit Pollen beladen, dass sie erst auf eine Blüte oder ein Blatt klettern müssen um wieder abzufliegen zu können. Für die Fortpflanzung tragen die Tiere Pollen und Nektar in eine Brutkammer um dann ein Ei darauf abzulegen. Der Name WEIDEN-Sandbiene verrät schon die Vorliebe dieser Art für Weidengewächse.
Sandbiene Andrena vaga

Foto Richard Tank: Sandbiene Andrena vaga

Durch Habitatverlust gelten die Bestände der Frühlings-Seidenbienen in Mitteleuropa als gefährdet. Für die Fortpflanzung dieser Art bietet das Gelände von Klein Wangerooge ideale Voraussetzungen. Die durch die Nutzung entstandenen offenen Sandflächen und Sandmagerrasen bieten ideale Bedingungen für den Nestbau dieser Art.
Das Freizeitgelände von Klein Wangerooge bietet in seiner jetzigen Form ideale Voraussetzungen für das Zusammenleben von Mensch und Natur.
Sandbiene (eventuell Andrena barbilabris)

Foto Richard Tank: unbestimmte Sandbiene (eventuell Andrena barbilabris)

Die Bestimmung erfolgte anhand der Fotos durch Dipl. Biol. Rolf Witt.

Graugans auf nest IITank

Grauganszählung in Wilhelmshaven

Bläss und Graugänse

Die Graugans, Vorfahr unserer Hausgänse, war bis vor kurzem zumeist nur als Wintergast in Wilhelmshaven bekannt. Auf Anregung der Niedersächsichen Ornithologischen Vereinigung Niedersachsen werden gerade in ganz Niedersachsen und so auch in Wilhelmshaven die Brutbestände der Graugänse erfasst und gezählt.

Wer die Graugans auf den Parkteichen sucht, der wird enttäuscht. Weder im Kurpark noch im Stadtpark ist sie zu finden und auch auf manchen großen Seen heißt es nur: Fehlanzeige. Dort wo sie ungestört auf Gewässer ruhen kann, wo sie viel Schilf findet und kurzrasige Grünländer zum äsen, dort scheint sie sich wohlzufühlen.

Natürlich werden keine Nester gesucht, vielmehr gilt es die Graugänse zu finden und durch Beobachtung herauszufinden wieviele Paare sich zusammengefunden haben.

Graugans auf nest IITank

Die Nester liegen meist versteckt im Röhricht. Wenn man doch einmal eines entdeckt dann hält die Graugans ihren Hals nach unten und möchte nicht auffallen. Das erste Graugansnest wurde am sechzehnten März entdeckt und am neunundzwanzigsten März kam die Meldung von den ersten Küken. Inzwischen wurden ein paar zig Junge führende Grauganseltern gezählt. Schwerpunkte der Verbreitung liegen zumeist  an ungestörten Gewässern mit Röhrichten, so z.B. bei Breddewarden, am Ollacker See und im Naturschutzgebiet Voslapper Groden-Süd, um nur einige Stellen zu nennen.

 

Neubürger Mittelspecht

Das Landschaftsschutzgebiet (LSG) Stadtpark ist ca. 100 Jahre alt. So lange hat es gedauert, bis sich der Mittelspecht als Brutvogel im Stadtpark eingefunden hat. Dies unterstreicht die wachsende ökologische Bedeutung dieses Waldparks für WHV.

Inzwischen kommen dort die drei schwarzweißen Spechtarten (Klein-, Mittel- und Buntspecht) sowie der Grünspecht vor. Dem Mittelspecht fehlt der Zügel, die schwarze zum Schnabel führende Linie und er hat einen ziegelroten Scheitel. Der bekannteste Ruf klingt quäkend, etwa: „kwääh, kwääh, kwääh, …“.
Der Mittelspecht hat höchstwahrscheinlich erst in diesem Jahrzehnt den Stadtpark entdeckt. Die ersten bekannten Hinweise stammen aus dem Winter 2011 und dem Frühjahr 2012. Auch in 2015 konnte er bisher wieder an 2 Stellen im Stadtpark nachgewiesen werden. Dabei ist er sehr unauffällig und ist neben dem viel auffälligeren Buntspecht nur schwer zu finden.

Mittelspecht Foto: Richard Tank

Mittelspecht am 05.04.2015 im Stadtpark
Foto: Richard Tank

Fledermauszeit in Nisthilfen

Fledermauszeit

Regelmäßig werden jeden Herbst zahlreiche Nisthilfen und Fledermauskästen kontrolliert. In den Wilhelmshavener Parks und auf den Friedhöfen waren es insgesamt 223 Kästen. Natürlich wird dabei die eine oder andere Fledermaus entdeckt.

In diesem Jahr präsentierten sich drei verschiedene Arten. Die Fledermäuse bevorzugen aber keineswegs nur Fledermauskästen, sondern sind gleichermaßen auch in Singvogelkästen zu finden. Sogar Blaumeisenkästen mit einem kleinen Einflugloch von 26 mm reichen dabei einigen Arten vollkommen aus.

Meldungen von Fledermäuse in Nisthilfen im Raum Wilhelmshaven, Sande, Schortens und dem Wangerland nimmt Klaus Börgmann, Tel.: 04423 – 91 40 99/98 (AB) entgegen.

Langohrfledermaus auf dem Friedhof Friedenstraße am 04.10.2014, Foto: Klaus Börgmann

Langohrfledermaus auf dem Friedhof Friedenstraße am 04.10.2014, Foto: Klaus Börgmann

Rauhhautfledermaus auf dem Friedhof Friedenstraße am 04.10.2014, Foto: Klaus Börgmann

Rauhhautfledermaus auf dem Friedhof Friedenstraße am 04.10.2014, Foto: Klaus Börgmann

 

Wasserfledermaus Friedhof Aldenburg am 02.10.2014, Foto: Klaus Börgmann

Wasserfledermaus Friedhof Aldenburg am 02.10.2014, Foto: Klaus Börgmann

Löffler im Naturschutzgebiet Voslapper Groden-Süd

Foto: Klaus Börgmann

Foto: Klaus Börgmann

Derzeit halten sich viele rastende Löffler in einem Gewässer im Voslapper Groden auf. Vermutlich handelt es sich um Tiere aus der benachbarten Brutkolonie auf Mellum. Mehrere der Tiere sind mit farbigen Ringen gekennzeichnet. Die Ringe wurden dem Institut für Vogelforschung – Vogelwarte Helgoland mitgeteilt und so wird sicher bald feststehen woher diese Tiere stammen. Insgesamt konnten bis zu 31 rastende Löffler gezählt werden. Das Naturschutzgebiet darf nicht betreten werden. Der interessierte Beobachter kann sein Glück im Umfeld des Voslapper Grodens und generell im Bereich des Wattenmeeres versuchen. Gerade jetzt in der Nachbrutzeit halten sich viele Tiere in unserem Bereich auf um zu mausern.

Lindenallee

Lindenallee im Heppenser Groden

280 Winterlinden säumen einen schmalen Klinkerweg, der quer durch den Heppenser Groden führt. Man findet die Allee zwischen dem Pappelwäldchen am Friesendamm und der Alfred-Eckardt-Straße. Die Allee steht unter Landschaftsschutz.

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Auch im Winter einen Spaziergang wert.

Die eine oder andere seltene Pflanze ist zu Füßen der Linden zu entdecken. Es lohnt sich, die Augen offen zu halten.

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Breitblättriger Stendelwurz Epipactis helleborine

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Weltnaturerbe ist gewachsen

Das Weltnaturerbe Wattenmeer ist seit dem 23.06.2014 größer geworden: Das UNESCO Welterbekomitee hat auf seiner Sitzung in Doha, Katar, beschlossen, das Weltnaturerbe Wattenmeer um den dänischen Teil des Wattenmeeres und zusätzliche deutsche Offshore-Gebiete zu erweitern. Damit ist jetzt das gesamte Wattenmeer Weltnaturerbe.