Seeadler bei der Jagd (Mecklenburg-Vorpommern 2018, Foto: Klaus Börgmann)

Seeadler über Wilhelmshaven

Am 9. Dezember erschien bei herrlichstem Wetter ein ausgewachsener Seeadler über dem Accumer See. Er flog am See vorbei und war dann nur noch an seinen glüh-klüh-klüh-Rufen auszumachen. Kurz darauf erschien er wieder, verfolgt von einer Rabenkrähe, die sich neben ihm sehr klein ausmachte. Er war bei strahlendem Sonnenschein an seinen weißen Schwanzfedern sehr gut als Altvogel zu erkennen.

Der Seeadler nahm den See ins Visier trudelte kurz in der Luft um sich dann herabzustürzen. Ob er bei diesem Jagdflug erfolgreich war blieb leider unentdeckt. Solche Beobachtungen sind jetzt auch in unserer Region möglich, der Seeadler ist auch bei uns als Brutvogel angekommen. Weitere Beobachtungen liegen vom Barghauser See aus 2018 und 2019 vor.

Das Jagdfoto wurde -noch nicht- hier aufgenommen.

 

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Neue Mieter

Zur Zeit herrscht reger Flugverkehr am Nistkasten. Herr und Frau Blaumeise haben beschlossen, hier einzuziehen. Sie schleppt Moos und anderes Nistmaterial herbei und baut offensichtlich ihr napfförmiges Nest. Kohlmeisen, die sich für die Immobilie interessieren, werden verjagt. Mitte April bis Anfang Mai werden dann die Eier gelegt. Etwa zwei Wochen dauert es, bis die Jungen schlüpfen. In dieser Zeit wird man die Meisen viel seltener beobachten können als jetzt. Dann sitzt das Weibchen die ganze Zeit auf den Eiern und brütet. Nur das Männchen wird man beobachten können, wenn es seiner Frau Futter bringt. 

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Grauganszählung in Wilhelmshaven

Bläss und Graugänse

Die Graugans, Vorfahr unserer Hausgänse, war bis vor kurzem zumeist nur als Wintergast in Wilhelmshaven bekannt. Auf Anregung der Niedersächsichen Ornithologischen Vereinigung Niedersachsen werden gerade in ganz Niedersachsen und so auch in Wilhelmshaven die Brutbestände der Graugänse erfasst und gezählt.

Wer die Graugans auf den Parkteichen sucht, der wird enttäuscht. Weder im Kurpark noch im Stadtpark ist sie zu finden und auch auf manchen großen Seen heißt es nur: Fehlanzeige. Dort wo sie ungestört auf Gewässer ruhen kann, wo sie viel Schilf findet und kurzrasige Grünländer zum äsen, dort scheint sie sich wohlzufühlen.

Natürlich werden keine Nester gesucht, vielmehr gilt es die Graugänse zu finden und durch Beobachtung herauszufinden wieviele Paare sich zusammengefunden haben.

Graugans auf nest IITank

Die Nester liegen meist versteckt im Röhricht. Wenn man doch einmal eines entdeckt dann hält die Graugans ihren Hals nach unten und möchte nicht auffallen. Das erste Graugansnest wurde am sechzehnten März entdeckt und am neunundzwanzigsten März kam die Meldung von den ersten Küken. Inzwischen wurden ein paar zig Junge führende Grauganseltern gezählt. Schwerpunkte der Verbreitung liegen zumeist  an ungestörten Gewässern mit Röhrichten, so z.B. bei Breddewarden, am Ollacker See und im Naturschutzgebiet Voslapper Groden-Süd, um nur einige Stellen zu nennen.

 

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Elsternest

Solange die Bäume noch kein Laub hat, kann man Elsternnester entdecken. Die großen, kugeligen  Nester sind im oberen Drittel von Bäumen.

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Damit die Elstern geschützt sind, bauen sie ein Dach über ihr Nest. Von der Seite sieht das fast aus wie ein Henkelkorb:

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Elstern sind an ihrem schwarz-weißen Gefieder und ihrem langen Schwanz leicht zu erkennen.

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Elstern haben keinen guten Ruf: Da sie sich von glänzenden Gegenständen angezogen fühlen und diese in ihr Nest tragen, gelten sie als „diebisch“. Als Rabenvögel fressen Elstern neben Insekten, Würmer, Früchte, Sämereien und Abfall auch Eier und junge Vögel. Als Menschen, die auch Eier, Stubenküken und Lämmer essen, sollten wir deswegen nicht so streng sein – auch Elstern wollen überleben. Es ist in der Natur so eingerichtet, dass mehr Nachwuchs produziert wird, um eine Art zu erhalten. Es ist also eingeplant, dass es Verluste gibt.

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Seit ein paar Tagen kommen Erlenzeisige an die Futterstation. Es ist ein kleiner heimische Fink, kaum größer als eine Blaumeise. Das Männchen erkennt man an der schwarzen Kappe und einem kleinen schwarzen Fleck unter dem Schnabel. Die Männchen sind gelbgrün, die Weibchen gelblich grau. Beide Geschlechter haben eine gelbe Flügelbinde. Heute haben sich nur Männchen gezeigt:

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Neubürger Mittelspecht

Das Landschaftsschutzgebiet (LSG) Stadtpark ist ca. 100 Jahre alt. So lange hat es gedauert, bis sich der Mittelspecht als Brutvogel im Stadtpark eingefunden hat. Dies unterstreicht die wachsende ökologische Bedeutung dieses Waldparks für WHV.

Inzwischen kommen dort die drei schwarzweißen Spechtarten (Klein-, Mittel- und Buntspecht) sowie der Grünspecht vor. Dem Mittelspecht fehlt der Zügel, die schwarze zum Schnabel führende Linie und er hat einen ziegelroten Scheitel. Der bekannteste Ruf klingt quäkend, etwa: „kwääh, kwääh, kwääh, …“.
Der Mittelspecht hat höchstwahrscheinlich erst in diesem Jahrzehnt den Stadtpark entdeckt. Die ersten bekannten Hinweise stammen aus dem Winter 2011 und dem Frühjahr 2012. Auch in 2015 konnte er bisher wieder an 2 Stellen im Stadtpark nachgewiesen werden. Dabei ist er sehr unauffällig und ist neben dem viel auffälligeren Buntspecht nur schwer zu finden.

Mittelspecht Foto: Richard Tank

Mittelspecht am 05.04.2015 im Stadtpark
Foto: Richard Tank

Dompfaffmännchen

Besuch am Futterhaus

Auch wenn Frost und Schnee noch auf sich warten lassen, freuen sich Vögel über Futter.

Grünfink und Amsel gehören zu den häufigen Gästen:

Grünfink

Grünfink

Amselweibchen

Amselweibchen

Mit etwas Glück kann man hier auch Arten beobachten, die sich sonst gerne im Gebüsch versteckt halten:

Dompfaffmännchen

Dompfaffmännchen

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Dompfaffweibchen

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Heckenbraunelle

Die Heckenbraunelle könnte man auf den ersten Blick mit einem Haussperling (Spatz) verwechseln. Am grauen Kopf und dem dünnen Schnabel kann man sie sicher unterscheiden.

Löffler im Naturschutzgebiet Voslapper Groden-Süd

Foto: Klaus Börgmann

Foto: Klaus Börgmann

Derzeit halten sich viele rastende Löffler in einem Gewässer im Voslapper Groden auf. Vermutlich handelt es sich um Tiere aus der benachbarten Brutkolonie auf Mellum. Mehrere der Tiere sind mit farbigen Ringen gekennzeichnet. Die Ringe wurden dem Institut für Vogelforschung – Vogelwarte Helgoland mitgeteilt und so wird sicher bald feststehen woher diese Tiere stammen. Insgesamt konnten bis zu 31 rastende Löffler gezählt werden. Das Naturschutzgebiet darf nicht betreten werden. Der interessierte Beobachter kann sein Glück im Umfeld des Voslapper Grodens und generell im Bereich des Wattenmeeres versuchen. Gerade jetzt in der Nachbrutzeit halten sich viele Tiere in unserem Bereich auf um zu mausern.

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Jungvögel

Jetzt ist die Zeit, in der die Vogeleltern mit ihrem Nachwuchs beschäftigt sind. Wenn man darauf achtet, sieht man viele Vögel mit Futter im Schnabel umherfliegen. Amseln sammeln oft mehrere Würmer und Insekten, Flussseeschwalben sieht man Fischchen tragen. Das ist ein sicheres Zeichen, dass sie ihre Jungen zu versorgen haben.

Die ersten Jungvögel sind schon flügge – sie fliegen oft noch recht unbeholfen und haben flauschiges Gefieder wie diese kleine Kohlmeise.