Mehr zu Ursachen für Algenblüten

Auslöser für diese Algenblüten sind hohe Phosphatkonzentrationen im Wasser, die den Cyanobakterien („Blaualgen“) perfekte Lebensbedingungen bescheren. Solange das Wasser im Banter See salzig war, konnten diese Algen sich nicht in dem Maße vermehren. Der sinkende Salzgehalt ist aber nicht die Ursache für die Algenblüte, sondern die Überdüngung mit Nährstoffen, besonders mit Phosphat. Viele Binnengewässer haben mit diesem Phänomen zu kämpfen. Quellen für das Phosphat im Banter See sind:

  • Jahrzehnte lange Einleitungen von Abwässern aus den Kleingärten, die teilweise ganzjährig bewohnt werden. Waschmittel und Fäkalien enthalten Phosphat.
  • Es sollen Phosphatbomben aus dem Zweiten Weltkrieg auf dem Grund des Sees liegen, die möglichweise nach und nach verrotten und Phosphat ans Wasser abgeben
  • Abwässer von den anliegenden Industriebetrieben.
  • Am Nordufer gab es früher eine Mülldeponie. Man weiß nicht, was von dort in den See sickert.
  • Abgeschwemmte Nährstoffe von landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Welche Maßnahme auch immer ergriffen wird, um die ökologische Situation des Banter Sees zu verbessern: Als erstes muss die Einleitung von Phosphat und anderen Nährstoffen und von Giften unterbunden werden. Das Problem dabei: So etwas kostet sehr, sehr viel Geld.

Immerhin wurde schon einiges unternommen:

  • Die Kleingartengrundstücke wurden in den 1990er Jahren an die Kanalisation angeschlossen,
  • der Rynschlot, der den Seedeich früher in den Banter See entwässerte und durch Schafskot mit hohen Phosphatkonzentrationen belastet war, wurde in den Jadebusen umgeleitet.
  • Füttern von Enten und Fischen wurde verboten, weil damit Nährstoffe in den See eingetragen werden. Fressen die Vögel dagegen von den Wasserpflanzen im Wasser, entnehmen sie Biomasse.

Leider verbleit das einmal eingeleitete Phosphate für lange Zeit im See. Ein Teil sinkt zusammen mit Schwebstoffen zu Boden. Erst wenn das Sediment wieder aufgewirbelt wird, kommt das Phosphat auch wieder in die Wassersäule.