Radtour – Tour 2

Länge: 9,4 km
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St. Jacobi-Kirche Neuende, Kirchreihe östlicher Teil, Gartenstadt Siebethsburg mit Alleen, Siebetsburg, Koppelhörner Mühle, Brommygrün, Kirchreihe westlicher Teil, Garnisonsfriedhof, Alter Wasserturm

St.-Jacobi-Kirche Neuende

Lange bevor Wilhelmshaven gegründet wurde, stand die Kirche St. Jakobi im damaligen Dorf Neuende. Bereits im frühen 13. Jahrhundert wurde diese Kirche gebaut. Sie gehört mit der Kirche von Sengwarden (vor 1168) und Fedderwarden (1250) zu den ältesten Kirchen im heutigen Wilhelmshaven.

→Mehr zu der Kirche.

St. Jakobi Kirche in Neuende

Kirchreihe westlicher Teil

Die Straße Kirchreihe führt von der Gökerstraße im Osten bis zur Berliner Straße im Westen und von dort als Fuß- und Radweg weiter an der Neuender Kirche vorbei bis zur Straße Dorfmark, Ecke Scharreihe. Dieser Fuß- und Radweg folgt dem Verlauf eines Deiches, der im Mittelalter zum Schutz gegen die Maade gebaut wurde. Dieser Fluss liegt weiter nördlich. Ob es den Deich seit dem 13. oder dem 14. Jahrhundert gibt, ist umstritten.

Infotafel im Osten der Kirchreihe. Möglicherweise ist der Deich noch älter.

Gartenstadt Siebetsburg mit Alleen

Der Stadtteil Siebetsburg wurde seit Anfang des 20. Jahrhunderts als Arbeiterwohnkolonie erbaut. Statt der üblichen Mietskasernen entstanden Häuser mit Vor- und Nutzgärten, mit breiten Straßen und Alleen. Das hat dem Stadtteil den Beinamen „Gartenstadt“ eingetragen.

An der Siebetsburger Straße, Edo-Wiemken Straße, Pappinga Straße und Störtebeker Straße findet man schöne Alleen

Allee Störtebeker Straße
Foto Katharina Dietrich

Siebethsburg

Zwischen der Edo-Wiemken-Straße und der Papingastraße liegt ein Park. Hier stehen schöne, große Bäume und im Frühjahr blühen Lerchensporn und Blaustern.

Siebetsburg ist heute ein Park.

In der Mitte befindet sich ein etwa fünf Meter hoher Hügel. Erhebungen in der Marsch sind meistens Wurten, die zum Schutz vor Sturmfluten angelegt wurden. In diesem Fall allerdings handelt es sich um einen Burghügel. 1383 erbaute der Häuptling Edo Wiemken der Ältere hier eine Burg.

Drei ringförmig angelegte Gräben sollten es Feinden schwer machen, die Burg einzunehmen. Sie haben die Zerstörung der Burg nicht verhindern können.

Gräben um die ehemalige Burg bestehen bis heute

Die Burg hat nur etwas über 50 Jahre existiert. Zunächst Edo Wiemken und dann sein Nachfolger und Enkel Sibet gewährten Seeräubern Unterschlupf. Dies missfiel den Hansestädten. Schließlich wollten Hamburg und Lübeck das Piratenunwesen auf Ems und Jade nicht länger hinnehmen. Die Belagerung der Burg dauerte so lange, bis die Eingeschlossenen aufgeben mussten, weil ihre Vorräte aufgebraucht waren. Das war im September 1433. Zwei Jahre später zerstörte die Stadt Bremen auf Kosten Hamburgs die Burg. Die Reste dienten noch lange Zeit als Baumaterial.

Nach der Ausgrabung ließ man Teile der Mauerrest sichtbar.

Kopperhörner Mühle

Am Mühlenweg, kurz vor der Einmündung in die Berliner Straße, steht die Kopperhörner Mühle. Sie wurde 1839 erbaut.  Es handelt sich um einen Galerieholländer. Sie ersetzte eine Bockwindmühle  aus dem Jahr 1698. Die Kopperhörner Mühle ist die letzte noch erhaltene Mühle in Wilhelmshaven. Seit einigen Jahren wird sie von einem gemeinnützigen Verein betreut. 

Kopperhörner Mühle am Mühlenweg

Brommygrün

Gegenüber von der Koppelhörner Mühle beginnt das Brommygrün, es endet an der Friedenstraße. Es ist ein Grünzug, der einen beliebten Rad- und Spazierweg bietet. 

Brommygrün

Zahlreiche Bäume stehen auf der Rasenfläche. Dadurch, dass sie einzeln stehen, können sie ihre Kronen unabhängig von anderen Bäumen ausbilden. Die Form der Krone ist typisch für die jeweilige Baumart.

Winter-Linde

Sommer-Linde

Kirchreihe – östlicher Teil

Platanenreihe

Zwischen Göker- und Berliner Straße säumen 42 alte Platanen die Straße

Alte Platanen

Typisch für Platanen: Die Borke löst sich in großen Stücken ab

Alte Platanen haben eine dicke, knorrige Borke

Die blätternde Rinde findet man bei alten Bäumen weiter oben

Die Blätter der Platane erinnern an Ahorn, aber die kugeligen Früchte sind nicht zu verwechseln

Typisch für Ahorn sind die Früchte mit propellerartigen Flügeln

Auf der Höhe des Brommygrüns kann man beide Arten nah beieinander finden und vergleichen.

Elster

Die Platanen werden gerne von Elstern für ihre Nester genutzt. Seit ein paar Jahren (Stand 2014) brütet ein Pärchen zwischen der Gökerstraße und der Holtermannstraße.

Elstern bauen rundliche Nester mit einem „Dach“ gegen Regen. Die Form erinnert an einen Korb mit Henkel

Elstern sind an ihrer schwarz-weißen Färbung und ihrem langen Schwanz leicht zu erkennen. Bei richtigem Licht sieht man auch, dass das Gefieder bläulich bis grünlich schillert.

Elster
Foto Brigitte Hüttenmeister

Alter Garnisonsfriedhof

Ein kleiner Umweg ist es, zum Garnisonsfriedhof zu fahren, der zwischen Göker- und Schulstraße liegt. Es ist ein kleiner Park mit einigen schönen, alten Bäumen.

Baumbestand auf dem alten Friedhof

Besonders lohnend ist der Besuch im zeitigen Frühjahr. Im März/April blühen viele Blausterne.

Blausterne bilden einen dichten Teppich 

Alter Wasserturm

Die Trinkwasserversorgung in der Marsch war nicht einfach. Das Wasser in den Gräben war meist nicht sauber und oft genug salzhaltig. Oberflächennahes Grundwasser, das leicht angebohrt werden. kann, ist schon in geringer Tiefe unter dem Einfluss des nahen Meeres salzig. Erst Ende des 19. Jahrhunderts gelang es, so tief zu bohren, dass man das Militär und die Zivilbevölkerung mit sauberem und gesundem Wasser versorgen konnte. Dieses Wasser wurde in einen Wasserbehälter im Dachgeschoss des Wasserturmes gepumpt. So bekam das Wasser den erforderlichen Druck, um an den Wasserabgabestellen aus den Leitungen zu sprudeln. An der Gökerstraße steht der erste Wasserturm Wilhelmshavens, der 1870/71 erbaut wurde.

Der Verein zum Erhalt Wilhelmshavener Baukultur e.V. betreut den Turm seit 2019. Er macht das historische Gebäude der Öffentlichkeit zugänglich und organisiert kulturelle Veranstaltungen

Alter Wasserturm an der Gökerstraße

Will man zum Ausgangspunkt, der St.-Jacobi-Kirche in Neuende zurück fahren, wählt man am besten die Bremer Straße, weil es eine Fahrradstraße ist.