Radtour – Tour 3

Länge: 31,3 km
→Tour bei Outdooractive

Diese Tour zu Natur- und Kulturschätzchen startet in Heppens. Zwischen dem Ölhafendamm und der Freiligrathstraße ist der Mühlenweg durch eine Platanenallee gesäumt. 

Mühlenweg mit Platanenallee und ehemaliger Kaserne

Platanenallee Mühlenweg
Foto Maria Röbbelen

Die ehemalige Kaserne liegt zwischen der Schellingstraße und dem Mühlenweg. Sie wurde 1911 erbaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude 1946 der Stadtverwaltung überlassen. Heute befindet sich in den Gebäuden unter anderem das Neue Gymnasium, ein Kindergarten, die Grundschule Mühlenweg und die Volkshochschule.

Die ehemalige Kaserne ist weitgehend erhalten
Foto Maria Röbbelen

NormalNull

Kurz vor der Ecke Mühlenweg – Freiligrathstr. befindet sich an der Umrandungsmauer der ehemaligen Kaserne eine kleine Metallplakette, die Normalnull anzeigt. Das war bis 1992 die Bezugsgröße, auf die sich alle Höhenangaben in Deutschland beziehen. Inzwischen spricht man von Normalhöhennull NHN. 

Gäbe es keine Deiche, würde das Mittlere Tidehochwasser einen Meter höher auflaufen als Normalhöhennull. Hätten die Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg die Idee realisiert und alle Deiche gesprengt, wäre Wilhelmshaven von der Landkarte verschwunden.

Messpunkt, auf den sich die Höhenangaben beziehen
Foto Maria Röbbelen

Lindenallee

Fährt man den Mühlenweg bis zum östlichen Ende durch, endet die Straße an einem Deich. Bis 1938 war dies der Hauptdeich. Dann wurde begonnen, den davor liegende Heppenser Groden einzudeichen. Mitten durch den Groden wurden 280 Linden gepflanzt. Diese Allee ist ein geschützter Landschaftsbestandteil.

Die direkte Verbindung vom alten Deich über den Friesendamm zur Lindenallee ist gesperrt, da hier Windbruchgefahr besteht.

Lindenallee im Heppenser Groden
Foto Maria Röbbelen

Rüstringer Berg

Mit 13,5 Metern ist der Rüstringer Berg die höchste Erhebung Wilhelmshaven. Hier hat im Zweiten Weltkrieg eine Geschützstellung befunden, die nach dem Krieg gesprengt und mit Sand abgedeckt wurde. Heute befindet sich hier die Erinnerungsstätte Seefrieden für Menschen, die auf See bestattet wurden. 

Jadefahrwasser

Der Weg führt am Wasser entlang nach Norden. Das Jadefahrwasser verbindet die offene Nordsee mit dem Jadebusen. Von April bis September kann man hier Flussseeschwalben beobachten, die auf Fischfang sind.

Flussseeschwalbe
Foto Maria Röbbelen

Maadesiel

An der Mündung der Maade wurde 1951 ein Siel erbaut. Es soll verhindern, dass bei Sturmfluten Meerwasser ins Binnenland gedrückt wird und dort für Überschwemmungen sorgen könnte. Bei Ebbe ist das Tor geöffnet, so dass Wasser abfließen kann und das Hinterland entwässert wird. Von 1987 bis 1992 entstand hier eine Schleuse und ein Mündungsschöpfwerk. Damit können Niederschlagsmengen aus dem Binnenland ins Meer gepumpt werden, wenn die Tide einen Wasserabfluss nicht ermöglichen. 

Rüstersieler Hafen

Lange Zeit war der Rüstringer Hafen ein wichtiger Handelshafen. Der Bau des Maadesiels schnitt den Rüstersieler Hafen vom direkten Meereszugang ab. Damit kam der Warenumschlag zum Erliegen. Heute befindet sich hier noch ein Hafen für Sportboote. 

Ulme beim Institut für Vogelforschung

Ein Schlauchpilz, der aus Ostasien eingeschleppt wurde, hat die Ulmenbestände stark dezimiert. Der Pilz kann die Leitungsbahnen des Baumes verstopfen und damit die Blätter von der lebenswichtigen Versorgung mit Wasser und Nährstoffen abschneiden. Der Baum stirbt. Die Krankheit wird vor allem durch den Großen Ulmensplintkäfer übertragen.

Eine ca. 150 Jahre alte Feldulme (Ulmus carpinifolia) steht in der Nähe des Eingangs zum Institut für Vogelforschung. Sie ist als Naturdenkmal geschützt. 

Linde Sengwarden Hauptstraße

Zu den Naturdenkmalen der Stadt Wilhelmshaven gehört eine Linde an der Hauptstraße. Man schätzt das Alter auf 100 Jahre.

Linde
Foto Maria Röbbelen

Sengwarder Kirche

Die Kirche in Sengwarden steht auf einer 8,60 m hohen Wurt (künstlich aufgeschütteter Hügel als Schutz vor Sturmfluten). Urkundlich erwähnt wurde die Kirche das erste Mal im Jahr 1168. Der heutige Bau stammt aus dem Jahr 1250. Die Nordmauer ist der älteste Teil der Kirche.

Glockentürme hat man damals getrennt von der Kirche gebaut, da die Glocken den Turm auf dem weichen Marschboden in Schwingungen versetzten. Dies hätte die Kirchen gefährden können. Der Glockenturm steht im Südwesten der Kirche. Er wurde aus mehreren parallel verlaufenden Mauern konstruiert. 

Eiche Kirche Fedderwarden

Die St. Stephanus Kirche in Fedderwarden wurde 1420 das erste Mal urkundlich erwähnt. Teile der Kirche wurden allerding schon gegen Ende des 13. Jahrhunderts erbaut. Sie steht auf einer Wurt. Sie steht unter Denkmalschutz.

An der Mauer, die den Friedhof umgibt, kann man einen kleinen Farn entdecken: Die Mauerraute. Ihr ursprünglicher Lebensraum sind Felsspalten im Gebirge und Mittelgebirge. Sie wächst als Kulturfolger häufig in den Ritzen und Mörtelfugen alter Mauern.

Mauerraute
Foto Maria Röbbelen

In Schleswig-Holstein gilt sie nach der Roten Liste von 2021 als stark gefährdet. Die Niedersächsische Rote Liste stammt aus dem Jahr 2004, die Mauerraute ist dort (noch) nicht erwähnt. Da nur alte Mauern als Lebensraum geeignet sind, während mit Zement verfugte moderne Mauern nicht besiedelt werden, ist zu befürchten, dass dieser Farn früher oder später auch bei uns als gefährdet eingestuft werden muss.