Wind und Wellen

Neben Ebbe und Flut sind Wind und Wellen die wichtigsten Gestaltungselemente des Wattenmeeres. Sie hängen eng zusammen, denn der Wind lässt die Wellen entstehen. Deshalb kann man an dem Aussehen der Wellen auch die Stärke des Windes abschätzen.

Windstärken

Windstille ist an der Küste ungefähr genauso selten wie eine Sturmflut.

Spiegelglatt ist der Jadebusen bei Windstille           

Am häufigsten ist die Wasseroberfläche bewegt, aber man sieht noch keine Schaumkrönchen. Dann hat man Windstärke zwei oder drei.

Bei einer Frischen Brise, Windstärke 5, bilden sich überall Schaumkronen

Sieht man überall Schaumkronen, dürfte es mindestens Windstärke 5 haben

Wenn das Gehen gegen den Wind beschwerlich wird, haben wir mindestens stürmischen Wind, Windstärke 8.

Wird die Gischt von den Schaumkronen verweht, dürfte es mindestens Windstärke 8 haben.

So sieht es am Südstrand bei schwerem Sturm oder Orkan aus.

Sturm und Sturmflut

Ab einer Windstärke von 9 und einer Windgeschwindigkeit von mehr als 75 km/h spricht man von Sturm. Jetzt können schon erste Schäden an Häusern entstehen. Auf offener See entstehen jetzt hohe Wellen.  Der Jadebusen ist nicht tief genug, denn die Wellenhöhe setzt voraus, dass genügend Wasser zur Verfügung steht.

Es kann so stürmisch sein, dass man sich auf dem Deich kaum auf den Füßen halten kann, ohne dass es zu einer Sturmflut kommt. Von einer Sturmflut spricht man erst, wenn der Wasserstand an der Küste mindestens einen Meter über das mittlere Hochwasser ansteigt. Der untere Spazierweg bei der Südstrandpromenade ist dann gerade überflutet. Bei der verheerenden  Sturmflut 1962 stieg der Pegel 5,22 Meter über Normalnull (NN). Das sind 3,68 Meter über dem mittleren Hochwasser.

Bei der Orkanflut Xaver stieg das Wasser bis zum Aquarium.

Wichtiger als der Pegelstand ist für den Küstenschutz die Frage, wie hoch die Wellen auflaufen. Schließlich nützt es nichts, wenn der Pegelstand noch unterhalb der Deichhöhe liegt, wenn die Wellen über den Deich schwappen, den Deich gefährden und zu Überflutungen führen. Am Parkplatz bei der Kaiser-Wilhelmbrücke kann man ablesen, wie hoch Wellen bei früheren Sturmfluten aufgelaufen sind.

Pegelstand und Wellenauflauf historischer Sturmfluten

Windwächter

Nicht weit von der Südstrandpromenade am Fliegerdeich findet man die „Windwächter“. Der Wilhelmshavener Künstler Klaus Evenburg hat diese drei Stahlplastiken im Jahr 2000 geschaffen.

Die Windwächter drehen sich mit dem Wind