Sibetsburg

Zwischen der Edo-Wiemken-Straße und der Papingastraße liegt ein Park. Wie in anderen Grünflächen auch spielen hier Kinder, gehen Familien spazieren, führen Hundebesitzer ihre Vierbeiner aus und nutzen Radfahrer die autofreie Strecke.

Sibetsburg ist heute ein Park.

In den Hungerjahren nach dem Krieg nutzten die Anwohner die Fläche, um Gemüse anzubauen. 1951 wurde sie als Grünfläche ausgewiesen und bis Anfang der 60er Jahre als Park hergerichtet. In den Randbereichen gab es damals schon einen schönen Baumbestand.

Viele Bäume standen schon, als die Fläche als Park ausgewiesen wurde.
Silberweiden können mächtige Bäume werden.
Auch im Winter beeindrucken einige Bäume mit ihrer Krone.

Im März, April findet man bei der Sibetsburg zahlreiche Frühjahrsblüher.

Der Hohle Lerchensporn (Corydalis cava)

Der Hohle Lerchensporn ist giftig, besonders in der Knolle befindet sich viel Gift. Richtig dosiert ist es dagegen eine Arzneipflanze, die beruhigend wirkt und die Muskulatur lähmen kann.

Blaustern (Scilla bifolia)

Der Blaustern bildet keine so dichten Bestände wie auf dem Garnisonsfriedhof, ist aber an einigen Stellen im Park zu finden.

Geschichte

Geht man im Park spazieren, fallen drei ringförmig angelegte Gräben auf, die durch Wälle voneinander getrennt sind. Es sind Verteidigungsanlagen, die es Feinden schwer machen sollten, die Burg einzunehmen, die hier früher stand.

Drei ringförmige Gräben durchziehen den Park.
Zwischen den Gräben sind Wälle aufgeschüttet.

In der Mitte befindet sich ein etwa fünf Meter hoher Hügel. Erhebungen in der Marsch sind meistens Wurten, die zum Schutz vor Sturmfluten angelegt wurden. In diesem Fall allerdings handelt es sich um einen Burghügel. 1383 erbaute der Häuptling Edo Wiemken der Ältere hier eine Burg.

Infotafeln und Mauerreste zeigen, wo die Burg einst stand.
So könnte die Sibetsburg ausgesehen haben.

Die Burg hat nur etwas über 50 Jahre existiert. Zunächst Edo Wiemken und dann sein Nachfolger und Enkel Sibet gewährten Seeräubern Unterschlupf. Dies missfiel den Hansestädten. Schließlich wollten Hamburg und Lübeck das Piratenunwesen auf Ems und Jade nicht länger hinnehmen. Die Belagerung der Burg dauerte so lange, bis die Eingeschlossenen aufgeben mussten, weil ihre Vorräte aufgebraucht waren. Das war im September 1433. Zwei Jahre später zerstörte die Stadt Bremen auf Kosten Hamburgs die Burg. Die Reste dienten noch lange Zeit als Baumaterial.

Nach der Ausgrabung ließ man Teile der Mauerrest sichtbar.